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Deutscher Amateur-Radio-Club e.V. Ortsverband CØ3, Garmisch-Partenkirchen

Neue Möglichkeiten für Bergfunker

Geschrieben von Bergfunker. Veröffentlicht in Bergfunken

Ideale Ergänzung

GMA und SOTA - neue Möglichkeiten für Bergfunker

(Beitrag aus der CQ DL 9-2013)

Im German Mountain Award (GMA) wurde eine neue Plattform für Bergfunker geschaffen. Sie bietet gegenüber SOTA (Summits on the Air) einige Änderungen: viel mehr Gipfelziele, mehrere Aktivierungen im Jahr gültig und eine Webseite komplett auf Deutsch. Der Autor stellt - in Zusammenarbeit mit den Machern des GMA - dieses Programm vor.

ABB 1 Diplom GMA Activator 100 Ein GMA-Diplom, für 100 Aktivator Punkte

Nach über 200 SOTA-Aktivierungen bin ich auf die neue Webseite des German Mountain Award (GMA) gestoßen. Es ist eindrucksvoll, was hier aufgebaut wurde: eine komplette Datenbank mit den Gipfeln des GMA, Eingabemöglichkeiten für die QSOs, Statistiken, eine Kartenfunktion, eine Seite für Ankündigungen, Spots und Informationen, ein Forum und vieles mehr. Dabei beschränkt sich GMA nicht auf die eigenen Berglisten - auch SOTA-Summits werden akzeptiert. Das war Grund genug, mich beim GMA anzumelden und meine Bergfunk-QSOs auch hier zu speichern. Praktischerweise ist das Datenformat kompatibel zu dem bei SOTA üblichen Format, sodass man die gleiche Log-Datei bei beiden Datenbanken verwenden kann.

 

Bergfunk ohne Wenn und Aber

Im GMA wurde unter dem Motto: „Bergfunk ohne Wenn und Aber" eine weitere Plattform für Bergfunker geschaffen. Die Regeln ähneln denen bei SOTA - mit einigen wichtigen Änderungen. So gelten in beiden Programmen Funkverbindungen mit portablen Berg-Stationen. Der Bergfunker bekommt für seine Aktivierung Punkte gut geschrieben, wenn er mindestens vier QSOs von einem Gipfel geschafft hat, und der Funker zu Hause kann für jede Verbindung mit einer Bergstation Punkte notieren. Die Anzahl der Punkte ergibt sich aus der Höhe des Gipfels: pro 100 m Höhe über NN gibt es einen Punkt. Zertifikate kann man für 100, 250 und mehr Punkte beantragen, und sie werden kostenlos per E-Mail zugeschickt.

ABB 5 DC7CCC Sauerland Winterliche Verhältnisse beim Bergfunk im Sauerland (DC7CCC/P)

 
Ein wichtiger Unterschied besteht in der Auswahl der möglichen Gipfelziele: während bei SOTA die strenge Regel gilt, dass ein Gipfel nur gültig ist, wenn er eine Schartenhöhe von mindestens 150 m (bzw 100 m, je nach Assoziaüon) hat (s. Kasten), so genügt es beim GMA, wenn der Berg sich eindeutig von der Umgebung abhebt, über 100 m ü. NN hoch und auf einer Landkarte verzeichnet ist. Auch die Einschränkung, dass der Bergfunker nur einmal im Jahr Punkte für die Aktivierung eines Summits bekommen kann, gibt es beim GMA nicht. Das führt zu einigen Erleichterungen für den Bergfunker: In manchen Gegenden gibt es keine oder fast keine SOTA-Summits und auch im Gebirge sind viele attraktive Gipfelziele nicht in den SOTA-Referenzlisten aufgeführt, da sie die nötige Schartenhöhe nicht erreichen. Beim GMA spielen diese Einschränkungen keine Rolle. Es ist sogar möglich, selbst weitere Gipfel in die Datenbank einzugeben, solange sie nur die einfachen Kriterien -„Höhe über 100 m" und „in einer Landkarte verzeichnet" - erfüllen. So ergeben sich viel mehr Möglichkeiten für Bergfunk-Aktivierungen.

ABB 3 DK2RMP DK2RMP/P auf dem Gottlob (520 m) in Thüringen (DA/TH-799)


Stellt das GMA eine Konkurrenz für SOTA dar? Ich glaube nicht - vielmehr handelt es sich um eine willkommene Ergänzung und Erweiterung fur die Outdoor-Funker. Bergfunk findet ja nicht nur im (Hoch-)gebirge statt, sondern dank GMA auch in den Mittelgebirgen und in Norddeutschland. Und so verwundert es auch nicht, dass sich viele von SOTA bekannte Rufzeichen nun auch beim GMA wiederfinden.


Schon mehrfach konnte ich in der vergangenen Zeit GMA-Berge aktivieren. Natürlich war ich anfangs gespannt, ob sich genügend Partner für ein OSO finden lassen und der Funkbetrieb genauso viel Spaß machen würde, wie bei SOTA. Ja, es gibt OSO-Partner und ja, es macht Spaß, aber - soweit ich es bis jetzt beurteilen kann - der Funkbetrieb ist anders: Während sich bei SOTA meist schnell ein mehr oder weniger großes Pile-Up entwickelt und oft viele Stationen übereinander rufen, so geht es beim GMA etwas ruhiger zu. Der Andrang ist nicht so groß, aber es waren immer genug Stationen zu erreichen. Es ist etwas mehr Zeit für das OSO. Man kann auch einmal ein paar andere Informationen als RST und die Referenz-Nummer des Gipfels austauschen.

ABB 2 Eckbauer DA WS 018

Eigene Erfahrungen mit dem GMA

Nun wollte ich versuchen, auf einer Wanderung mehrere SOTA- und GMA-Berge hintereinander zu aktivieren. Verschiedene schöne Touren habe ich geplant. Als erstes wollte ich einige Berge zwischen Isartal und Walchensee besuchen. Es gibt hier drei SOTA-Gipfel: den Risser Hochkopf, bei Vorderriss an der Isar, den Altlacher Hochkopf, bei Altlach am Walchensee und dazwischen den Mitterberg. Nicht weit vom Mitterberg befindet sich das Galgenwurfköpfl. Für SOTA hat es nicht genügend „Prominenz". Drei der Gipfei kann man gut erreichen, wenn man einen Teil der Strecke mit dem Fahrrad zurücklegt - das letzte Stück zum Gipfel des Mitterberges muss man zu Fuß gehen, und der Weg zum Risser Hochkopf ist dann auch nicht mehr weit. Das Galgenwurfköpfl kann man mit einem kurzen Abstecher auf dem Heimweg besteigen.

 

Beim ersten Versuch war leider der Forstweg wegen Waldarbeiten gesperrt und ich konnte nicht hinauf. Am Pfingstmontag startete ich noch einmal. Der Weg war frei und ich konnte trotz schlechtem Wetter los radeln. 7 km mit dem Mountainbike hinauf, mit dem Funkrucksack, da kommt man ins Schwitzen. Am Ende des Weges wurde das Rad versteckt und querfeldein erreichte ich nach weiteren 20 Min. den 1313 m hohen Gipfel des Mitterberges [DL/BE-066]. Leider erscheint der Wald ziemlich ramponiert. Es liegt eine Menge Kleinholz herum und man muss gut aufpassen, wo man hintritt. Der symmetrisch gespeiste Dipol war zwischen den Bäumen schnell aufgebaut. Auf meinen CQ-Ruf meldeten sich in kurzer Zeit eine Menge Stationen, bald standen 39 QSOs im Log. Erstmals hatte ich auch den kleinen Rockmite dabei, aber die 300 mW waren zuwenig, auf 14,059 MHz hörte mich keine Station.
Als nächstes Ziel nahm ich den Risser Hochkopf (DL/BE-048) in Angriff. Es sind nur 1,6 km Luftlinie zu dem 1348 m hohen Gipfel, aber zwischendrin führt der Weg etwa 150 m hinab - das ist die Schartenhöhe. Leider wurde nun das Wetter immer schlechter, und nach ein paar QSOs fing es sogar an zu graupeln. Da wollte ich nicht lange bleiben - nach zehn QSOs meldete ich „ORT", obwohl noch einige anrufende Stationen da waren.


Schnell zurück zum Fahrrad - die Position hatte ich ins GPS gespeichert, sodass ich es leicht wieder fand. Das nächste Ziel war das Galgenwurfköpfl (DA/BE-026), ein GMA-Summit. Abwarts ging es natürlich sehr bequem auf dem Bike, und der Aufstieg zum Gipfel (1.143 m) war nicht weit. Hier kam mein endgespeister Halbwellendipol zum Einsatz, mit dem Fuchskreis von QRPproject. Zuerst antwortete ich auf einen CQ-Ruf einer hollandischen ORP-Station, dann konnte ich DL/ HB9DST/P auf dem Erlenberg (DM/BW-476) erreichen - eine SOTA-GMA-Summit-to-summit-Verbindung! Schließlich rief ich selbst „ CQ GMA" auf 40 m - und es meldete sich DL1DVE, der auch eine Spot-Meldung bei GMA machte. Mit der Zeit kamen weitere Stationen auf die Frequenz. Der Funkbetrieb verlief etwas ruhiger, kein großes Pile-Up, aber acht QSOs in 25 Minuten sind auch nicht schlecht. Es wären sicher noch mehr Verbindungen möglich gewesen, aber inzwischen hatte es angefangen heftig zu regnen. Schnell wurde das schon ziemlich nasse Equipment wieder in den Rucksack gepackt. Noch einmal war ich froh über das Bike, die restlichen Kilometer zum Auto waren mühelos.

 

Fazit

So konnte ich meine erste kombinierte SOTA-GMA-Aktivierung abschließen. Drei Gipfel, insgesamt 61 QSOs mit 51 verschiedenen Rufzeichen: zweimal

ABB 4 DJ3AX Baier 714m DJ3AX/P auf dem Baier (712 m) in Thüringen (DM/TH-033)

4 Punkte gab es dafür bei SOTA, beim GMA waren es zweimal 13 plus 11. Meiner Meinung nach stellen die beiden Bergfunkprogramme eine ideale Kombination dar, wenn man Spaß hat am portablen Funkbetrieb von Bergen. Bei SOTA trifft man derzeit noch auf mehr Gegenstationen, dafür gibt es bei GMA viel mehr Gipfelziele, es geht ruhiger zu und man hat etwas mehr Zeit für die einzelnen QSOs. Die nächsten Kombi-Touren sind schon geplant - nur hoffe ich auf besseres Wetter. See you later - bei SOTA und GMA!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schartenhöhe


oder auch Prominenz (engl. prominence) eines Gipfels ist ein Maß für seine Selbständigkeit und stellt ein wichtiges Kriterium dar, um die Eigenständigkeit eines Berges zu bestimmen. Die Schartenhöhe ist die Höhe des Gipfels über der höchstgelegenen Einschartung bis zu der man absteigen müsste um einen höheren Gipfel zu erreichen. Nur Gipfel mit einer ausreichenden Schartenhöhe werden als eigenständige Berge angesehen.
Die SOTA-Definition für einen Gipfel verlangt eine Schartenhöhe von mindestens 150 m, wobei für manche Assoziationen als unterste Grenze 100 m akzeptiert wurden. Somit spielt nicht die absolute Höhe eines Berges die Hauptrolle, sondern die relative Höhe eines Gipfels über seiner Umgebung. Viele Berge in den Mittelgebirgen und auch in den Alpen erreichen diesen Wert nicht und kommen so als SOTA-Gipfel nicht in Betracht.
Bei German Mountain Award spielt die Schartenhöhe eines Berges keine Rolle für die Aufnahme in die Gipfelliste.

Die Regeln für das German Mountai Award GMA


- gültig sind alle Erhebungen ab 100 m Höhe
- 1 Punkt für German Mountain Award je 100 m Höhe über NN
- Minimum 4 QSOs für einegültige Aktivierung
- echter Portabelbetrieb
- Awards ab 100 Punkte
Die Referenz-Nummern der GMA-Gipfel setzen sich zusammen aus einem Präfix für das Land, einem Regions-Kürzel und einer drei- bis vierstelligen Nummer. So können GMA-Referenzen von SOTA-Referenzen unterschieden werden.
Deutschland: DA/XX - nnn
Östereich: OEØ/XX - 1nnn (die laufende Nummer ist vierstellig, erste Ziffer 1.)
Schweiz: HB9/XX - 1nnn (die laufende Nummer ist vierstellig, erste Ziffer 1.)
Tschechien: OL/XX - nnn

Literatur und Bezugsquellen

(1) www.cqma.eu

(2) Planungshilfe und Übersicht für Aktivierungen: www.qwj.de

 

 

Bildquellen

Abb. 1 und 2: DF3MC

Abb. 3 bis 5: DC7CCC

09.2013 © cqDL, DF3MC

 

 

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